Lippmann+Rau-Musikarchiv
Internationales Archiv für Jazz und populäre Musik der Lippmann+Rau-Stiftung in Eisenach
Veranstaltungen
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5. bis 7. Mai 2011
Tango-Festival mit Vorträgen
Flyer zum Festival (PDF)
Samstag, 7. Mai, 15-18 Uhr - Vorträge im Lippmann+Rau-Musikarchiv:
Helena Rüegg (Köln): Tango – Geschichte und Geschichten
Helena Rüegg erzählt von Ursprung und Entwicklung des Tango, der etwa 1880 am Río de la Plata entstanden ist und bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Ihre auf zahlreichen Reisen nach Argentinien zusammengetragenen Anekdoten rund um den Tango vermitteln, warum dieser traurige Gedanke, den man tanzen kann, so viele Zuhörer und Tänzer in seinen Bann zieht. Helena Rüegg zeigt uns die verschiedenen Facetten ihres Instruments, das weltweit mit Argentinien und dem Tango identifiziert wird – obwohl es im 19. Jahrhundert im Erzgebirge entwickelt wurde, um auf Kirchenprozessionen die Orgel zu ersetzen. Auch in Deutschland wurde das sogenannte Bergmannsklavier sehr populär, und bis ca. 1935 gab es hierzulande mehr Bandonion- als Fußballvereine.
Tiago de Oliveira Pinto (Weimar/Berlin): Konzertina und Bandoneon außerhalb der Rio de la Plata-Region
Die brasilianische Provinz Espirito Santo ist Heimat einer deutschstämmigen Bevölkerungsgruppe, die heute in der siebten und achten Generation sowohl die deutsche Sprache als auch Musikpraktiken aus Deutschland pflegt. Sie verwendet dabei ein dem Tango-Bandeon nahe verwandtes Konzertina-Instrument, das Ende des 19. Jahrhunderts aus Deutschland nach Brasilien importiert wurde. Der Beitrag widmet sich anhand zahlreicher Klangbeispiele der Konzertina-Musik im Espirito Santo, die, anders als der urbane und weltweit populäre Tango, nur regionale Bedeutung erlangt hat, und thematisiert an diesem Beispiel die Frage einer musikalischen Diaspora von Einwanderergruppen.
Nils Grosch (Freiburg): Die "Tangoisierung" des deutschen Musiktheaters zwischen den Kriegen
Im modernen Musiktheater der Weimarer Republik – vom Cabaret und Revuetheater bis hin zur Oper – bildet in den 1920er Jahren die Popularmusik des amerikanischen Kontinents ein wesentliches musikdramaturgisches und gestalterisches Element. Während die semantischen Zuschreibungen und die Rezeption des Jazz durch die deutschen Tanzkapellen und Komponisten im Zusammenhang mit der kulturellen Modernisierung (und der entsprechenden Kulturkritik) und im Kontext der Auseinandersetzung mit dem auf die USA bezogenen „Amerikanismus“ wahrgenommen wurde, bleibt die „Tangoisierung“ der Musik ein weißer Fleck. Dabei spielen gerade Tango-Nummern und auf andere lateinamerikanische Popular- und Tanzmusikstile gegründete Elemente eine bedeutende Rolle: Sie evozierten Assoziationen exotischer und erotischer Sehnsucht und bildeten die Grundlage ausschweifender Szenen in großangelegten Opern (Ernst Krenek: Leben des Orest; Werner Egk: Peer Gynt) und – in Einheit mit einer Refunktionalisierung des Balletts auf der Theaterbühne – integrales Element des epischen Theaters (Kurt Weill: Royal Palace, Die Dreigroschenoper, Happy End u.a.). Der Vortrag zeichnet nach, wie der hier sich abzeichnende Medienwechsel zu einer interkulturellen Transkription musikalischer Genres beiträgt.

Reinhard Lorenz

Martin Pfleiderer

Helena Rüegg

Tiago de Oliveira Pinto

Diskussion

Nils Grosch

Gäste
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Oktober 2010 bis 31. März 2011 (verlängert!)
Ausstellung zum Thema "Folk in der DDR"
Im Lippmann+Rau-Musikarchiv findet sich eine Vielfalt an Materialien und Dokumenten zum Thema "internationale Folkmusik". Die Ausstellung "Folk in der DDR" beabsichtigt, Umrisse der Folkszene der DDR zu skizzieren ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Lückenlosigkeit. Sie soll ein Signal setzen für die stärkere Erweiterung des Themenbereiches Folk im Archiv.
Unter Mitarbeit von Wolfgang Leyn (Gründungsmitglied der "Folkländer") und Ralf Gehler (Kenner der Mittelalterszene und Volkskundler sowie Musiker) sowie mit fachlicher Beratung durch Manfred Wagenbreth (Musikredakteur von MDR Figaro und ehemaliger "Folkländer") haben Ines und Jörg Andraczek (MusikerInnen der Gruppe "Spätlese" und Mitglieder des Jazzclubs Eisenach e.V.) in den vergangenen Monaten Tafeln zu verschiedenen Themenschwerpunkten erarbeitet und die Ausstellung in den Räumen des Lippmann+Rau-Musikarchivs erstellt. Es werden zudem alte Instrumente der DDR-Zeit ausgestellt.
Schwerpunkte der Ausstellung sind:
- Mitte der 70er: Irischer Bazillus und deutsche demokratische Volkslieder
- Folkwerkstätten als Familientreffen der Szene
- Tingeln durch Jugend- und Studentenklubs, Volksfeste, Folkfestivals
- Privileg für wenige Bands: eine LP bei VEB Deutsche Schallplatte
- Gefördert und gegängelt - Folkszene und Obrigkeit
- Anfang 80er: Tanzhaus und Lebensfreude (statt Politik)
- Mitte der 80er: Lieder Machen zum Bandoneon
- Dudelsäcke für den Mittelaltermarkt
- Es tanzt und folkt in Rudolstadt und anderswo
Die an die Ausstellungseröffnung (1. Oktober 2010) anschließende Gesprächsrunde wird von Reinhard Lorenz von der Lippmann+Rau-Stiftung moderiert. Als Gäste begrüßen wir Manfred Wagenbreth und Wolfgang Leyn von den "Folkländern" sowie Ralf Gehler und Musiker der Gruppe "Tonkrug" aus Leipzig. Die Diskussionsrunde wird durch die Folkmusiker mit beliebten Stücken der DDR-Folkszene umrahmt. So werden irische Stücke ebenso zu hören sein, wie Handwerker-, Trink- und Tanzlieder.
Zur Folksession freuen wir uns über alle Musiker, die in alter Manier in die Tasten und Saiten greifen, die fideln und dudeln, singen und tanzen…
Ausstellungsplakat (PDF)
Flyer-Vorderseite (PDF)
Flyer-Rückseite (PDF)
Bericht vom 1.10.2010 in der "Thüringer Allgemeinen" (PDF)



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17. und 18. September 2010
"Populäre Musik als kulturelles Gedächtnis?"
Populäre Musik ist in den letzten Jahrzehnten in den Archiven, Museen und Hochschulen angekommen - jenen öffentlichen Institutionen also, die sich der langfristigen Speicherung, Pflege und wissenschaftlichen Aufarbeitung der kulturellen Vergangenheit widmen. Sie ist damit Teil des kulturellen Gedächtnisses geworden. Die Tagung "Populäre Musik als kulturelles Gedächtnis?" fragt nach den Folgen, die sich hieraus ergeben. Ziel der Tagung ist eine grundlegende Diskussion von Perspektiven des Dokumentierens, Archivierens und wissenschaftlichen Aufarbeitens von populärer Musik der Vergangenheit sowie ihrer Bedeutung für unser Geschichts- und Kulturverständnis, für unsere kulturelle Identität, aber auch für das Musikschaffen der Gegenwart. Vertreter der wichtigsten deutschen Jazz- und Popmusik-Archive, Musik- und Medienwissenschaftler, Musikpublizisten und ein Dokumentarfilmer werden an zwei Tagen Aufgaben und Herausforderungen, Besonderheiten und Probleme, Strategien und Ziele der Archivarbeit mit populärer Musik erörtern.
Flyer (PDF)
Programmheft (PDF)
Pressespiegel (PDF)
>> Das Buch zur Tagung (Böhlau Verlag) <<

Reinhard Lorenz

Siegfried Schmidt-Joos

Gäste

Referenten

Holger Großmann

Johannes Theurer

Gast

Nico Thom

Peter Schulze

Peter Schulze und Gäste

Ulrich Duve

Gäste

Referenten und Gäste

TagungshelferInnen

Doris Schröder und Martin Pfleiderer

Nils Grosch

Martin Pfleiderer

Tiago de Oliveira Pinto und Detlef Altenburg

Referenten und Gäste

Wolfgang Ernst

Referenten und Gäste

Referenten und Gäste

Referenten und Gäste

Gäste

Presse

Reinhard Lorenz und Holger Großmann