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 Lippmann+Rau-Musikarchiv

Internationales Archiv für Jazz und populäre Musik der Lippmann+Rau-Stiftung in Eisenach

Sammlung(en) des Archivs

Die Sammlung des Lippmann+Rau-Musikarchivs besteht genau genommen aus mehreren Sammlungen. Das ist soweit nicht ungewöhnlich für ein Archiv, allerdings vertreten wir die "Philosophie der Sammlungsgeschlossenheit" im Unterschied zur üblichen Praxis, bei der Sammlungen "zerpflückt" werden und in den einzelnen Segmenten eines Archivs auf- bzw. untergehen. Für uns bedeutet das mehr Arbeit, für die SammlerINNEN, die uns ihre Sammlungen vertrauensvoll übergeben, wird dadurch garantiert, dass sie in geschlossener Form erhalten und so besser die Sammlungsschwerpunkte und der Sammlungsumfang erkennbar bleiben. Zudem sind wir darauf bedacht, möglichst die (Lebens-)Geschichten hinter den Sammlungen zu dokumentieren und damit die SammlerINNEN zu würdigen.

Folgende größere Sammlungen befinden sich - neben unzähligen Schenkungen einzelner Objekte - im Lippmann+Rau-Musikarchiv (Reihenfolge alphabetisch, Texte werden sukzessive ergänzt):

Wolfgang Arndt - Sammlung
Peter Baumann - Sammlung
Guenter Bersch - Sammlung
Friedrich Otto Bernstein - Sammlung
Günter "Bessie" Boas - Sammlung
Die exorbitante Sammlung des deutschen Blues- und Jazz-Pianisten/Sängers Günter "Bessie" Boas (1920-1993), die schwerpunktmäßig Schellackplatten (z.B. Bessie Smith komplett) sowie Korrespondenzen und Manuskripte umfasst, zählt zu den ausgewähltesten ihrer Art weltweit. Exquisite Tondokumente des frühen Blues, Jazz und swingender Tanzmusik vor 1945 wurden von Boas zusammengetragen, der in der Nachkriegszeit maßgeblich die Verbreitung dieser Musik in Deutschland, aber auch international mitbestimmte - in seinen multiplen Funktionen als Musiker, Plattenhändler, Radiomoderator (1949-1959 die legendäre Sendung "Blues for Monday" auf AFN) und Musikjournalist. Die Sammlung ging 1999 posthum an das Archiv (Boas hatte diesen Wunsch noch zu Lebzeiten geäußert) und bildete dessen Grundstock.
Rainer Bratfisch - Sammlung
Der Diplom-Dokumentar und Musikjournalist Rainer Bratfisch, Jahrgang 1946, arbeitet(e) für viele nationale und internationale Musikmagazine aus den Bereichen Jazz und Rock/Pop. Zudem ist er Verfasser (bzw. Herausgeber) mehrerer Musik-Bücher und zahlreicher Texte für Amiga-Plattencover. Dem Lippmann+Rau-Musikarchiv übergibt er regelmäßig verschiedenste nationale und internationale Rock-, Pop-, HipHop-, Techno- ... Musikmagazine aus seinem Fundus. Über die Jahre ist so eine beachtliche Anzahl von zum Teil sehr raren Stücken zusammengekommen, die den Zeitraum von ca. 1960 bis zur Gegenwart abdecken. Die Sammlung wird ständig erweitert.
Werner Dickhaus - Sammlung
Frank Diez - Sammlung
Pete Ebenfeld - Sammlung
Mara Eggert - Sammlung
... Franke-Heinz - Sammlung
Hans Harzheim - Sammlung
Jürgen Haufe - Sammlung
Theo Heinz - Sammlung
Horst "Mr. St. Louis Blues" Herling - Sammlung
Günther Kieser - Sammlung
Der Graphiker Karl Georg Günther Kieser (* 1930 in Kronberg im Taunus) wurde seit den 60er Jahren besonders für seine Plakatgestaltung für das Deutsche Jazz Festival Frankfurt und seine Poster für Veranstaltungen der Konzertagentur Lippmann+Rau bekannt und gilt als der wichtigste deutsche Designer von Jazz- und Rockplakaten. Von 1981 bis 1992 war er Professor für Visuelle Kommunikation an der Bergischen Universität Gesamthochschule Wuppertal. Dem Archiv übergab er viele seiner Arbeiten sowie einige Bücher und Platten.
Martin Kunzler - Sammlung
Axel Küstner - Sammlung
Der Fotograf Axel Küstner, Jahrgang 1956, widmet sich mit Beharrlichkeit dem Blues. 1978 dokumentierte Küstner mit seiner Kleinbildkamera und einem Tonbandgerät zum ersten Mal Bluesmusiker in ihrer ländlichen Umgebung im Süden der USA. Längere Zeit lebte er damals bei Big Joe Williams in Mississippi. Auf seinen Reisen lernte er viele obskure aber exzellente Musiker/innen des Country Blues kennen. Aus diesen Kontakten entstand 1980 für L&R Records, der Plattenfirma der deutschen Konzertimpressarios Horst Lippmann und Fritz Rau, die 14-teilige LP-Serie „Living Country Blues USA“, die er zusammen mit seinem Freund Ziggy Christmann auf einer mehrmonatigen USA-Reise produzierte. Zwischen 1990 und 2005 unternahm Axel Küstner 24 weitere Reisen in den Süden der USA, um die Bluesszene, aber auch andere Aspekte der dortigen Musikkultur, wie z.B. Tex-Mex, Bluegrass, Gospel oder Cajun mit seiner analogen Kleinbild-kamera festzuhalten. Obwohl seine Fotos in Ausstellungen gezeigt wurden und international auf LP/CD-Hüllen, in Büchern und Musikpublikationen in Europa, den USA und Japan zu finden sind, ist der wichtigste und größte Teil seiner Sammlung der interessierten Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich gemacht worden. Zur Zeit umfaßt sein Bildarchiv ca. 30.000 Schwarz/Weiß- und Coloraufnahmen. Eine beachtliche Anzahl davon hat er dem Lippmann+Rau-Musikarchiv übergeben.
Walter Lachenmann - Sammlung
Walter Lachenmann ist Gründer und Leiter des Oreos Verlags, der mit seiner Schriftenreihe "Collection Jazz" die meisten deutschsprachigen Bücher zum Thema vorweisen kann. Der in Stuttgart geborene Wahl-Bayer ist gelernter Buchhändler und - nebenbei bemerkt - jüngerer Bruder des Neue-Musik-Komponisten Helmut Lachenmann. Er hatte bereits für viele Verlage gearbeitet bevor er 1982 schließlich den Oreos Verlag gründete. Als Jazzfan von Jugend an widmet er sich seither der sachkundigen Informationsvermittlung und gibt eindrucksvolle Bücher über berühmte Jazzmusiker und deren Platten heraus. Diese stellt er dem Archiv stets kostenlos zur Verfügung, neben vielen weiteren Büchern zum Thema Jazz.
Wolfgang Lauth - Sammlung
Walter Liniger - Sammlung
Der gebürtige Schweizer Walter "Walle" Liniger wanderte 1982 in den Süden der USA aus und lehrt heute als Blues-Professor an der University of South Carolina. Der Blues-Gitarrist und -Sänger gibt regelmäßig Konzerte und Workshops in Amerika und Europa. Das Lippmann+Rau-Musikarchiv, das damals noch unter dem Namen Internationales Jazzarchiv firmierte, vergab 2001 das erste Forschungsstipendium an Walter Liniger, der während seines Aufenthalts in Eisenach einen umfangreichen Bericht über die Günter Boas Sammlung verfasste. Er selbst schenkte dem Archiv ca. 250 Blues-Platten.
Horst Lippmann - Sammlung
Jon Marks - Sammlung
Fritz Marschall - Sammlung
Die Sammlung von Fritz Marschall (Betriebswirt, Jg. 1943, wohnhaft in Frankfurt/Main) lässt sich nur mit Superlativen beschreiben: sie ist die umfangreichste, spezifischste und zugleich weitreichendste des Archivs. Sie wurde in drei Etappen (2002, 2006 und 2010) angeliefert und hat ein Gesamtgewicht von ca. 8 Tonnen. Fritz Marschall äußert sich über die Intension seiner Sammlung wie folgt: sie habe das Ziel, "die afro-amerikanische Musik in den USA von ca. 1890 bis 1960 umfassend zu dokumentieren. Dieses Ziel ist weitgehend erreicht, nur der Zeitraum von 1945 bis 1960 ist hinsichtlich des 'modernen' Jazz anhand von Beispielen dokumentiert." Im Zentrum der Sammlung steht zweifellos der Blues (alle Spielarten, von Country bis City). Trotzdem wäre es unangemessen von einer Blues-Sammlung zu sprechen, da sich neben Jazz- auch Rock-, Soul-, Funk-, Rhythm'n'Blues-, Gospel-, Spiritual-, Pop- und ethnologische Materialien finden lassen. Die Sammlung deckt alle Formen von Schrift-, Ton- und Bildmedien ab und enthält zudem eine große Menge kulturgeschichtlicher Literatur, die sich nur peripher auf Musik bezieht (z.B. eine außerordentliche Comic-Kollektion). In Zahlen lässt sich die Fritz Marschall - Sammlung folgendermaßen zusammenfassen: ca. 12.000 LPs, 10.000 CDs, 4.000 Magazine/Kataloge/Periodika, 1.200 Bücher, 1.000 Comics, 800 Magnet-Tonbänder, 600 Audio-Kasetten, 500 12-Zoll-Singles, 200 DVDs, 100 VHS-Videokassetten sowie einige 78er-Platten, Plakate, T-Shirts, Figuren etc.pp. Fritz Marschall hat seine gesamte Sammlung in ca. 400 Ordnern akribisch dokumentiert.
Heinz G. Murawski - Sammlung
Die Schallplatten- und Schellack-Sammlung von Heinz G. Murawski, Elektroingenieur, 1937 in Rünthe (Ruhrgebiet) geboren, umfasst ca. 10.000 Objekte und ist bislang in Teilen an das Archiv übergegangen. Sie wird sukzessive durch ihn persönlich angeliefert. Den Schwerpunkt der Sammlung bilden Jazz-Vinyl-Platten, die den Zeitraum von 1920 bis 1960 breit abdecken. Heinz G. Murawski war ein guter Freund und Sammler-Kollege von Günter Boas (siehe oben).
Hazy Osterwald - Sammlung
Fritz Rau - Sammlung
Trevor Richards - Sammlung
Der ursprünglich aus England stammende Schlagzeuger Trevor Richards, Jahrgang 1945, ist einer der letzten Experten für die traditionelle New Orleans - Spielweise auf seinem Instrument. Er lebte viele Jahre in der Stadt am Mississippi bis 2005 die Flut (im Gefolge des Hurrikan "Katrina") New Orleans nahezu vollständig verwüstete. Dadurch geriet auch die New-Orleans-Jazz-Sammlung von Trevor Richards unter Wasser. Daraufhin beschloss der mittlerweile in Deutschland lebende Richards, seine in Teilen beschädigte Sammlung dem Lippmann+Rau-Musikarchiv zu vermachen. Hier wird sie nun sukzessive restauriert und zugänglich gemacht. Neben den ca. 5000 LPs mit Schwerpunkt Early Jazz sind vor allem die originalen Schlagzeuge aus New Orleans zu erwähnen.
Sigurd Rosenhain - Sammlung
Lienhard Roßberg - Sammlung
Siegfried Schmidt-Joos - Sammlung
Ulrike Scriba - Sammlung
Werner Sonnenkalb - Sammlung
Dieter Speck - Sammlung
Der Musikalien-Nachlass von Dieter Speck (1949-2009) wurde dem Archiv freundlicherweise von dessen Familie übereignet. In einem Nachruf in der Rheinischen Post (online) vom 10.02.2009 ist Folgendes über Dieter Speck zu lesen: "Er war eine schillernde Persönlichkeit, ein exzellenter Fachmann und jemand, der mit seiner Meinung nie hinter dem Berg hielt. [...] Speck leitete von 1980 bis zu seinem Ausscheiden im vergangenen Herbst die Psychologische Beratungsstelle der Diakonie in Viersen. [...] Seit 1984 arbeitete er als Autor, Moderator und psychologischer Experte für Hörfunk und Fernsehen. Jazz-Fan Speck konzipierte darüber hinaus Jazz-Sendungen für den Westdeutschen Rundfunk. Für den Deutschlandfunk arbeitete der Viersener ebenso wie für das Wochenmagazin 'Der Spiegel'. Fünf Jahre moderierte er das Internationale Jazz-Festival in der Viersener Festhalle. 2003 bekam der Psychologe seine eigene tägliche Fernsehsendung 'Dieter Speck' in der ARD." Seine Sammlung beinhaltet vor allem Mitschnitte von (zum Teil eigenen) Rundfunk- und Fernsehsendungen zum Thema Jazz. Darüber hinaus trug er ca. 700 Vinyl-Platten zusammen, die den Zeitraum von 1960 bis 1990 abdecken. Neben Rock-, Pop-, Klassik- und Soul-Platten, sammelte Speck hauptsächlich (Piano-)Jazz. Unübersehbar galt sein besonderes Interesse Oscar Peterson, mit dem er freundschaftlich verbunden war.
Günter Sporbert - Sammlung
Dieter und Stefanie Wagner - Sammlung
Die Chemnitzer Familie Dieter (1929-1991) und Stefanie (* ca. 1945) Wagner übergab dem Archiv ihre gemeinsame Plattensammlung, die ein weites musikalisches Spektrum abdeckt (Jazz, Pop, Rock, Volkslieder, Klassik). Unter den ca. 400 LPs befinden sich viele Aufnahmen bzw. Lizenzausgaben der DDR-Plattenfirma Amiga. Zudem vermachte die Familie dem Archiv eine komplette HiFi-Anlage.
Benno Walldorf - Sammlung
Dr. Peter Wende - Sammlung
Dr. Peter Wende wurde 1942 in Hainichen (Sachsen) geboren und war viele Jahre vor allem als Fachingenieur für Arbeitsschutz tätig. Seit Mitte der 50er Jahre beschäftigt er sich mit Jazz und ist Autor von Beiträge in Jazz-Zeitschriften und -Büchern sowie Hobby-Jazz-Fotograf. Seine einzigartige Sammlung, die er regelmäßig ergänzt, umfasst mehr als 30 Ordner mit Zeitschriftenartikeln, Fotos und privaten Info-Materialien zu den Themen Jazz und Tanzmusik in der DDR und Osteuropa sowie zu Jazz in Kuba und Brasilien. Außerdem versorgt er das Archiv kontinuierlich mit Programmen von Jazz-Clubs und -Festivals.
Val Wilmer - Sammlung
Stephanie Wiesand - Sammlung
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