Das Lippmann+Rau-Musikarchiv hat in einem stimmungsvollen Industriedenkmal mit Namen "Alte Mälzerei" eine Heimstätte gefunden.
Im Jahre 1871 beginnt der Geometer Johann Adam Heintz mit dem Bau des Gebäudes, das als (Brau-)Malz- und Malzkaffeefabrik mit integriertem Wohnbereich konzipiert ist.
Sein Sohn, Adolf Heintz, ein gelernter Kaufmann, Brauer und Mälzer, übernimmt 1892 die Fabrik. Braumalz wird in der Heintz'schen Mälzerei bis ungefähr 1921 hergestellt. Während des 1. Weltkrieges wird die Mälzerei stillgelegt. Die Malzkaffeerösterei beginnt vermutlich erst mit der Einstellung der Braumalzherstellung.
1944/45 ruht der Röstereibetrieb für etwa ein Jahr. Danach, während der kurzen Besatzung durch die Amerikaner (1945), wird auch Bohnenkaffee geröstet. Ab 1949 stagniert die Zuteilung von Gerste, dem Ausgangsprodukt der Malzkaffeeherstellung. Die Malzkaffeeröstung kann nur noch im direkten Tausch von Gerste gegen Kaffee aufrechterhalten werden. Die Rösterei wird noch bis ca. 1953 betrieben und muss dann vor allem aus ökonomischen Gründen schließen.
In den 40 Jahren DDR wird die Fabrik, genauer gesagt der große Gewölbekeller, zur Gemüse- und Obst-Lagerung genutzt.
1988 verkauft die Urenkelin des Fabrikgründers, Frau Marie-Luise Rahn, das Gebäude mit allen noch vorhandenen Maschinen und Anlagen an die Stadt Eisenach. Inzwischen hat der alteingesessene Jazzclub Eisenach e.V. mit großem ehrenamtlichen Engagement die Umbauarbeiten im Tonnengewölbekeller begonnen, aus dem der Jazzkeller werden soll, von dem man schon so lange geträumt hatte. Es dauert allerdings noch einige Zeit ehe die nötigen Finanzen zusammengetragen und die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind.
Neben Hoffesten und Konzerten im Keller gibt es seit 1993 auch regelmäßige Veranstaltungen einer freien Theatergruppe im oberen Teil der Alten Mälzerei.
Seit 1999 beherbergt das nunmehr denkmal-geschützte Haus zudem das Lippmann+Rau-Musikarchiv. 2009 übermacht die Stadt Eisenach schließlich das Grundstück und Gebäude der Lippmann+Rau-Stiftung.